Vom Familienverbund über die Staatsrente zum Drei-Säulen-Modell

Die Geschichte der staatlichen Altersvorsorge reicht zurück bis in das 17. Jahrhundert, als erste staatliche Pensionskassen für zivile und militärische Staatsbedienstete. Zuvor oblag die Versorgung alter oder gebrechlicher Menschen dem Familienverband. Mit fortschreitender Industrialisierung entwickelten seit dem 18. Jahrhundert auch immer mehr Betriebe eigene Systeme zur Altersvorsorge ihrer Beschäftigten.

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Preußisches Militär (um 1813)

Die Grundlage der modernen staatlichen Altersvorsorge für die Bevölkerung legten schließlich die Sozialgesetze Bismarcks. Er schuf zum ersten Mal in der Geschichte ein System aus Invaliditäts- und Altersente und stellte so von Staats wegen die Versorgung der in jener Zeit stark wachsenden Gesellschaft sicher. Dabei war die gesetzliche Rente zunächst durch staatliches Kapital gedeckt.

Diese Kassen gingen jedoch durch die Wirren der Weltkriege und Wirtschaftskrisen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts verloren. An ihre Stelle trat in den 50er Jahren das neu erdachte Umlageverfahren. Dabei werden die eingezahlten Beiträge nicht angespart, sondern direkt für die Rentenzahlungen der zur gleichen Zeit bezugsberechtigten Rentner eingesetzt.

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Otto von Bismarck (um 1886)

Während das Umlageverfahren über viele Jahre genügte, sorgte seit den 1990er Jahren die demografische Entwicklung mit ihrer rapide wachsenden Zahl älterer Menschen in Deutschland für zunehmende Finanzierungsprobleme. Bereits im Jahr 2030 werden nach Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) etwa 1,2 Millionen Beitragszahler fehlen, um die gesetzliche Rente zu finanzieren.

Im Zuge der umfassenden Rentenreformen der zurückliegenden 20 Jahre wurde die Altersvorsorge auf drei zentrale neue Säulen gestellt:

  • gesetzliche Rente
  • staatlich geförderte Rente (Riester / Rürup)
  • private und betriebliche Altersvorsorge

Im Zuge der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung der Jahre 2000 / 2001 entstand auf Vorschlag und Konzept des damaligen Arbeits- und Sozialministers Walter Riester (SPD) die Riester-Rente als Sonderform einer privaten Zusatzvorsorge, die durch Sonderausgabenabzüge staatlich gefördert wird. In den Folgejahren durchlebte die Riester-Rente einige weitere eigene Reformen, in denen unter anderem 2006 die nach der EU-Richtlinie geforderten Unisex-Tarife eingeführt wurden.

Zuletzt macht die fortschreitende Niedrigzinspolitik der Zentralbanken dem Gesamtkonstrukt zu schaffen, der es unter anderem für Versicherer schwieriger macht, entsprechende Renditen für laufende und neue Verträge zu erwirtschaften. Gleichwohl halten nach wie vor diverse Versicherungsgesellschaften am Angebot von Riester-Produkten fest.

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Walter Riester (Foto: Dirk Baranek)

Die Qualität dieser Angebote ist durchaus different. Hier kommt es besonders darauf an, sich entsprechend fachgerecht beraten zu lassen. Durch die Initiative ProRiester qualifizierte Berater verfügen über spezifische Methoden und Werkzeuge, um je nach Anforderung die optimalen Riester-Produkte zu ermitteln.