Die Diskussionen rund um die Riester-Rente werden auch 15 Jahre nach der Einführung nicht weniger. Riester-Experte und ProRiester-Mitbegründer Joachim Haid ist nach wie vor von der Altersvorsorge überzeugt. In einem Interview mit Pfefferminzia.de spricht er über den Erfolg der Altersvorsorge. Aber auch über das Verbesserungspotenzial, das er der Bundesregierung im Rahmen der Initiative ProRiester bereits im Herbst vorgestellt hat. Teile seiner Vorschläge sind nun im neuen Reformpaket enthalten und sollen 2018 in Kraft treten.

Respektable Renditen

Gescheitert ist die Riester-Rente für Haid eindeutig nicht. Das zeigt eine Auswertung des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung, das über 1.200 Riester-Verträge, die sich bereits in der Rentenphase befinden, untersucht hat. Auch die Versicherungsgruppe die Bayerische hat im Bestand ihrer langjährigen Riester-Verträge geschaut. Die bisherige Wertentwicklung der Verträge liegt bis zu 3,5 Prozent pro Jahr auf Basis des Gesamtbeitrages und bei bis zu 14,5 Prozent jährlich auf Basis der Eigenbeiträge der Kunden. Für Haid ein eindeutiges Zeichen, dass Riester erfolgreich ist: „In der aktuellen Niedrigzinsphase respektable Werte.“

Kein Wahlkampf-Thema

Ein Problem sieht er jedoch in den neu geschaffenen Produktinformationsblättern (kurz: PIB), die für eine Vergleichbarkeit und Transparenz der Rentenprodukte sorgen sollten: „Die neuen PIB schaffen keine zusätzliche Transparenz, sondern eher eine babylonische Verwirrung.“ Die Blätter seien teilweise nicht vollständig. Auch, dass das Thema Altersvorsorge von Politikern mehr und mehr in den Wahlkampf integriert wird, sieht Haid kritisch. Er hält es in dieser Angelegenheit mit Walter Riester: „Das Thema Altersvorsorge sollte aus dem Wahlkampf herausgehalten werden“.

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Titelbild: © Joachim Haid