Die Riester-Rente ist im Bundestagswahlkampf angekommen. Gerade erst forderte die SPD-Abgeordnete Leni Breymaier die Abschaffung der staatlichen Vorsorge. Verbesserungsvorschläge? Fehlanzeige. Das Geld solle stattdessen in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden. Doch so einfach will die CDU die häufig kritisierte Riester-Rente nicht aufgeben. Sie fordert laut Zeitungsberichten eine weitreichende Reform. Damit Versicherer mehr Kundengelder in Aktien und Fonds investieren können, soll die Riester-Beitragsgarantie fallen. Auch für die Sparer soll das den Vorteil höherer Renditen und damit einer höheren Rente bringen. Mehr Kapitalchancen bedeuten aber auch ein deutlich höheres Risiko.

 

Große Gewinne nur mit Risiko?

„Die Möglichkeit, künftig von der Beitragsgarantie abzuweichen, sollten wir intensiv prüfen“, so Kai Whittaker, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bundesfachausschusses Arbeit und Soziales, zur WirtschaftsWoche.

In Zeiten des Niedrigzinses soll sie dadurch zukunftssicherer werden. Bisher müssen Versicherer garantieren, dass Vorsorge-Sparer zu Rentenbeginn ihre Einzahlungen und die staatlichen Zulagen auf jeden Fall erhalten. Die CDU will nun der ohnehin häufig kritisierten Riester-Rente diese Sicherheit nehmen. Versicherer könnten diese Kundengelder dann stärker für Investitionen am Kapitalmarkt nutzen.

Sicherheit versus Rendite

„Ein Großteil der Deutschen kann die Vorsorge-Chancen, die in Aktien liegen, bei Riester nicht oder zu wenig nutzen.“

So begründet Whittaker die Bemühungen seiner Partei. In Aktien wird seitens der Versicherer kaum investiert. Gerade bei Fondspolicen werden die Beiträge zwischen zwei Töpfen hin und hergeschoben. Die eine Seite sind vermeintlich sichere, festverzinsliche Anlagen, der zweite Topf sind aktienbasierte Anlagen. Bis zu zwei Drittel der Zahlbeiträge müssen Anbieter von Riester-Fondssparplänen in niedrigverzinsliche Anleihen stecken. Diese Anleihen werfen kaum Rendite ab, jedoch drohen auch keine Verluste. Müssen alle Beiträge im sicheren Topf landen, damit die Beitragsgarantie finanziert werden kann, sprechen Experten von Cash-Lock.

Eine Lockerung der Beitragsgarantie könnte das Problem von Cash-Lock, also dem bloßen Parken des garantierten Beitrages, lösen. Denn in der aktuellen Niedrigzinsphase ist eine hohe Rendite nur im Aktien-Topf möglich. Die Riester-Beitragsgarantie verhindert aber ein vermehrtes Spekulieren. Das Risiko für den Anleger wäre ungleich höher. Wie viel er am Ende wirklich als Rente erhält, ist dann stark von der Entwicklung an den Kapitalmärkten abhängig.

Titelbild: © Victor Koldunov / Fotolia