Eine aktuelle Statistik der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) zeigt: vier von zehn Zulagenempfängern verdienen weniger als 20.000 Euro im Jahr. Gerade für die Gruppe der Geringverdiener ist deshalb die angekündigte Riester-Erhöhung eine gute Nachricht! Vor allem Frauen mit niedrigem Einkommen erhalten durch die Riester-Förderung einen besonders wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge. Denn rund 55 Prozent der weiblichen Zulagenempfänger verdienen weniger als 20.000 Euro.

„Die Riester-Rente wirkt. Von den staatlichen Zulagen profitieren vor allem Menschen mit geringeren Einkommen. Die geplante Erhöhung der Grundzulage macht Riester insbesondere für diese Zielgruppe noch attraktiver.“ (Dr. Peter Schwark, Mitglied der GDV-Geschäftsführung)

Die Statistik zeigt außerdem: Jeder Riester-Sparer erhält im Durchschnitt eine Förderung (durch die staatliche Zulage und/oder die Steuerermäßigung) von etwa 336 Euro. Frauen profitieren mit durchschnittlich 373 Euro noch stärker von der staatlichen Förderung als Männer, die etwa 288 Euro erhalten. Dieser Unterschied ist vor allem daran festzumachen, dass Frauen wesentlich häufiger die Kinderzulage erhalten als Männer.

Staatliche Förderung kurz erklärt:

Die volle Riester-Förderung erhält, wer jährlich mindestens vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlt.

Wie hoch ist diese Zulage überhaupt?

Das ist vom Staat genau geregelt: Bisher beträgt die maximale jährliche Zulage 154 Euro pro förderberechtigter Person. Die Kinderzulage beträgt 300 Euro pro Kind und Jahr bzw. 185 Euro für Kinder, die vor 2008 geworden wurden. Zum 1. Januar erhöht sich jedoch die Grundzulage pro förderberechtigter Person. Die Regierung hat sich vor kurzem darauf geeinigt, die Höchstzulage auf 175 Euro anzuheben. Diese Zulagen werden direkt auf den Riester-Vertrag überwiesen.

Wer erhält die Kinderzulage?

Sie wird jedoch nur gezahlt, wenn die förderberechtigte Person für das Kind auch Kindergeld erhält. Sobald der Anspruch auf Kindergeld entfällt, fällt auch die Kinderzulage weg. Spätestens also im 25. Lebensjahr des Kindes.

Junge Berufseinsteiger können sich die Riester-Rente doch noch gar nicht leisten!?

Falsch, sie profitieren sogar zusätzlich! Denn der Staat bietet einen Berufseinsteiger-Bonus: Berufseinsteiger bis zum 25. Lebensjahr erhalten neben den oben aufgelisteten Zulagen einen einmaligen Bonus von 200 Euro.

Steuervorteile nutzen!

Zusätzlich kann die Riester-Rente auch Vorteile bei der Einkommensteuer bringen. Denn die eingezahlten Beiträge und staatlichen Zulagen können darin als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Finanzamt führt daraufhin eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Das bedeutet, es prüft, ob die Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug höher ist als die Zulage. Kommt dabei heraus, dass der Sonderausgabenabzug lohnender ist, führt das zu einer zusätzlichen Steuerermäßigung.

Von dieser Günstigerprüfung profitieren vor allem Singles ohne Kinder. Denn ob sich der Sonderausgabenabzug lohnt, hängt vom Familienstand, der Anzahl der Kinder und dem Einkommen ab. Bei Familien mit vielen Kindern ist die Riester-Förderung über die staatliche Zulage aber insgesamt deutlich höher.

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