Allen Kritikern und Zweiflern zum Trotz: In ihrer aktuellen Oktober-Ausgabe hat die Stiftung Warentest die Produkte der Riester-Rente erneut genauer beleuchtet. Das Urteil: Häufig lohne sich die Riester-Rente für Sparer eben doch, so die Experten. Garantien, geschenkte Zulagen vom Staat und Steuerersparnisse sind die eindeutigen Vorteile der Altersvorsorge.

Auch Riester-Gründer Walter Riester muss sich regelmäßig Fragen und der Kritik an seinem Renten-Modell stellen. Auf der Hauptstadtmesse des Maklerpools Fonds Finanz lieferte er Vorschläge zur Optimierung.

15 Jahre Riester-Rente: Gründer liefert Verbesserungsvorschläge

Auch Ex-Arbeitsminister Walter Riester hält weiterhin an dem nach ihm benannten Modell der privaten Altersvorsorge fest. Allerdings ist sie heute nach 15 Jahren verbesserungswürdig.

2002 hat Walter Riester, Arbeitsminister im Kabinett Schröder, das staatlich geförderte Rentenmodell ins Leben gerufen. Heute gibt er offen zu: Das Ergebnis ist nicht ganz so ausgefallen, wie er es ursprünglich gedacht hat. Politisch habe er Zugeständnisse machen müssen. Auf der Hauptstadtmesse diskutierte er zusammen mit Joachim Haid, Geschäftsführer von Softfin und Gründer unserer Initiative ProRiester, und Martin Gräfer, Vorstandsmitglied der Bayerischen, über mögliche Verbesserungen der Riester-Rente. Keine Frage sei es jedoch, dass die Riester-Rente beibehalten werden müsse.

Mögliche Änderungen?

Wer höhere staatliche Renten fordere, müsse sich demnach auch überlegen, an welchen Stellschrauben gedreht werden soll. Entweder an der Ausgaben- oder der Einnahmenseite, meint Riester. So wäre es eine Möglichkeit, die Dauer des Rentenbezugs zu verkürzen, indem man das Eintrittsalter nach hinten schiebe. Alternativ müsse man den Rentenbeitrag oder den Steuerzuschuss anheben. Diese Last trägt jedoch auf jeden Fall der Verbraucher. 40 Prozent der Menschen sind heute in Teilzeit beschäftigt, zahlen deshalb weniger in das umlagefinanzierte Rentensystem ein. Dieses ist 1957 noch unter dem Aspekt der Vollzeitbeschäftigung entwickelt worden.

Zwei Optimierungs-Vorschläge:

  • Steuerrückerstattungen aus Riester-Verträgen müssten auch weiterhin für die Altersvorsorge verwendet werden. „Der Finanzminister würde keinen Euro verlieren. Und wir hätten einen enormen Schub bei der Rente“, so Walter Riester.
  • Schichtarbeiter könnten die Hälfte ihrer steuerfreien Schichtzulage verpflichtend in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. So bliebe die Schichtzulage steuerbefreit, erfülle aber mit der Alterssicherung auch langfristig einen guten Zweck.

Die Initiative ProRiester auf der DKM 2017

Auch in diesem Jahr ist Joachim Haid, Gründer der Initiative ProRiester wieder auf der DKM vor Ort. Vermittler sind herzlich eingeladen, den Stand der Bayerischen in Halle 4, Stand E22, zu besuchen.

Titelbild: © Dirk Baranek