• Risiko: Auf direktem Weg in die Altersarmut?

Auf direktem Weg in die Altersarmut?

Wie viel muss ein vollzeitbeschäftigter Deutscher im Schnitt verdienen, der im Laufe seines Lebens weder arbeitslos war, noch Angehörige pflegen musste? Will er im Jahr 2030 oder später in Rente gehen, beläuft sich sein Verdienst auf im Schnitt 2.100 Euro brutto. Das zumindest zeigen Kalkulationen in Rentenrechnern.Eine private Vorsorge ist unumgänglich. Der Grund? Das sinkende Rentenniveau. Bis in knapp 12 Jahren fällt es auf 43 Prozent.

Sparen nach dem „ganz-oder-gar-nicht-Prinzip“

Aber wie? Bisher übliche Vorsorgeprodukte, wie die Lebensversicherung, Bausparverträge oder die Rentenversicherung, helfen nicht mehr dabei, ein echtes Vermögen aufzubauen. Zu niedrige Zinsen, zu hohe Abschlusskosten. Eine mögliche Alternative: Der Kapitalmarkt. Doch die Aktienquote in Deutschland steigt nur langsam. Mögliche Gründe: Viele Erwachsene haben die Finanz- und die Eurokrise hautnah miterlebt, geben diese Bedenken an ihre Kinder weiter. Das Ergebnis: Ein Drittel aller unter 35-Jährigen sorgt überhaupt nicht für das Alter vor.

Ein weiteres Problem? Die Deutschen scheinen laut Business Insider zu Extremen zu neigen, wenn es um das Sparen geht. Während ein Teil der Anleger sehr vorsichtig ist und auf Bankeinlagen oder Lebensversicherungen mit schlechten Zinsen setzt, investieren Andere in hochriskante Angebote.

Garantiefreie Riester-Produkte: Eine notwendige Ergänzung?

„Die Riester-Rente ist trotz mancher Kritik ein einmaliges Erfolgsmodell. Mit Reformen lässt sich dieses Altersvorsorgeprodukt weiterhin attraktiv gestalten“, so Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe die Bayerische zu den Reformvorschlägen der Initiative proRiester. Und auch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) bestärkt diese These. Eine aktuelle Studie hat nun „die Renditechancen der (fondsgebundenen) Riester-Rente im aktuellen Marktumfeld“ untersucht.

Mit dem Ergebnis: Garantien sind für viele Sparer nach wie vor sehr wichtig. Dennoch sind laut Studie „garantiefreie Riester-Produkte eine sinnvolle und nach Meinung des IVFP auch notwendige Ergänzung zu den bisherigen geförderten Tarifen.“ So sei es den Kunden möglich, auch Riester-geförderte Produkte gemäß ihrer eigenen individuellen Risikoneigung abzuschließen.

Bislang jedoch sind Riester-Tarife fast ausschließlich in der Chancen-Risiko-Klasse CRK 2 zu finden. Ein Indiz dafür, „dass der Kunde hinsichtlich seiner individuellen Risikoneigung bei der Auswahl von Riester-Produkten eingeschränkt ist“, so die Studienautoren. Im Vergleich stünde bei der Basisrente eine breite Auswahl an Risikoklassen zur Wahl.

Ein passendes Produkt für jeden Kunden?

Die Empfehlung des IVFP: Eine flexible Bruttobeitragsgarantie auch bei Riester-Produkten, wie es bei der Basisrente bereits immer der Fall ist. Nur wenn auf hohe Garantien zumindest teilweise verzichtet wird, kann ein individuelles Risiko in den Chancen-Risiko-Klassen CRK 1 bis 5 erreicht werden, das allen Kundenbedürfnissen gerecht wird. Mit der Möglichkeit zumindest in Teilen auf Garantien verzichten zu können, sei laut IVFP gewährleistet, dass ein breites Portfolio an Riester-Produkten angeboten werden kann. So seien beide Seiten abgedeckt: Die Verbraucher, die großen Wert auf Sicherheit legen. Jedoch auch diejenigen, die ein größeres Risiko zugunsten einer höheren Rendite eingehen wollen.

Titelbild: © Andrii IURLOV / fotolia.com

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