Wie hoch die Rente eines Deutschen ist, hängt stark davon ab, wo er lebt. Für viele Deutsche reicht die Rente im Alter nicht aus, um den Grundsicherungsbedarf zu decken. Doch es gibt eine Lösung.

10,1 Millionen verdienen zu wenig

Im Jahr 2019 mussten sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 45 Jahre lang etwa 23.900 Euro brutto pro Jahr verdient haben, um im Alter eine Nettorente zu erhalten, die über dem durchschnittlichen Grundsicherungsbedarf liegt. Das teilte die Bundesregierung Anfang September auf eine Anfrage hin mit. Und Arbeitnehmer, die schon nach 35 Berufsjahren eine ausreichende Altersrente ausgezahlt bekommen möchten, mussten pro Jahr 30.700 Euro verdient haben. Im vergangenen Jahr hätten mehr als 10,1 Millionen Beschäftigte diese Grenze nicht erreicht – das heißt, sie verdienen zu wenig, um nach 45 Arbeitsjahren eine Rente zu erhalten, die oberhalb der Grundsicherung liegt. Das bedeutet einen Anstieg von 16,1 Prozent im Vergleich zu 2010, erklärte die Bundesregierung in der Drucksache. Dabei gibt die Bundesregierung jedoch auch zu bedenken, dass der Blick auf den gesetzlichen Rentenanspruch allein nicht ausreiche, um den tatsächlichen Bedarf an Grundsicherung zu ermitteln.

Stadtmenschen brauchen mehr

Wie dieser Bedarf aussieht, hänge nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts. Sie zeigt auf, dass die regionalen Unterschiede hinsichtlich Einkommen und Lebenshaltungskosten deutliche Auswirkungen auf die private Altersvorsorge haben. Die Bewohner ländlicher Regionen müssten oftmals weniger beiseitelegen als Städter. In den Städten verdienen die Deutschen zwar mehr, müssten aber auch mit höheren Lebenshaltungskosten rechnen. Ihr im Vergleich höheres Einkommen sorge für eine bessere Rente, doch dafür sorgen zum Beispiel überdurchschnittlich höhere Wohnkosten dafür, dass sie mehr sparen müssten, um im Alter ihren Lebensstandard zu halten. Die Studie zeigt ein nach wie vor starkes Gefälle von West nach Ost. Für die im Auftrag des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführte Studie „Regionale Kosten der Altersvorsorge“ betrachtete das Prognos-Institut speziell den Jahrgang 1980.

Früh sparen hilft

Dem GDV-Geschäftsführer Peter Schwark zufolge ist es allerdings auch unabhängig vom Bundesland nicht möglich, den Lebensstandard im Alter zu halten. Es sei denn, Kunden greifen auf eine zusätzliche Vorsorge zurück. Hier rät er zu einem frühen Start. Dieser senke die Belastung. Im Interview verweist er auf die bereits viel diskutierte Neuauflage der Riester-Rente.

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