Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zieht seine Jahresbilanz für 2019. Neben dem Gewinner Lebensversicherung gibt es auch ein paar Verlierer – oder zumindest Sorgenkinder. Wie beispielsweise die Riester Rente. Die ist laut GDV-Präsident Weiler stark renovierungsbedürftig. Die dritte Säule der Altersvorsorge braucht neuen Schwung. Eine Lösung zu finden, ist jedoch gar nicht so einfach.

Ein Schritt vor und zwei zurück

291.300 Riester-Neuverträge konnten im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Eine Menge? Ja. Ausreichend jedoch nicht. Denn der Bestand kann so nicht gehalten werden. Dennoch pendelt sich der Wert um die 300.000 Neuverträge jährlich ein. Zwar liegt die Zahl für das vergangene Jahr im Vergleich zu 2018 rund 2,7 Prozent im Minus (299.400), im Vergleich zu 2017 jedoch über dem Ergebnis (283.700).

Der Gesamtbestand an Riester-Renten sank bei den Versicherern um 0,7 Prozent. Damit zählen sie rund 10,5 Millionen Bestandskunden. Alle Anbieter zusammen haben laut Schätzungen des Bundesarbeits- und Sozialministeriums (BAMS) rund 16,5 Millionen Verträge. Ein Fünftel davon sei jedoch nicht mehr bespart.

Säule bröckelt immer schneller

Der Zeitrahmen für die Renovierung der Riester Rente ist aufgrund der aktuellen Rentensituation knapp. Nicht zuletzt ist eine solche Erneuerung bereits seit mehreren Jahren im Gespräch. Auch eine komplette Entfernung des Produkts war schon auf dem Tisch. Dennoch: Ein kompletter Abriss der Säule „Riester Rente“ sei nach Weiler keine Lösung.

Deshalb hat der GDV gemeinsam mit anderen Anbieterverbänden ein Konzept zur Rettung der Riester Rente erarbeitet. Der Fünf-Punkte-Plan sieht den Abbau von Bürokratie und die Einführung eines attraktiveren Fördersatzes vor. Zudem sei die Einführung eines kostengünstigen Standardproduktes bei gleichzeitig geringem Beratungsbedarf wichtig, so Weiler.

Regierung unter Druck

Die Renovierung der Riester Rente ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgesetzt. Die Gespräche hierzu laufen – wenn auch langsam. Eine Lösung sieht Weiler vor allem in den Lockerung der Brutto-Beitragsgarantie. Auch ein Staatsfonds würde die Risiken senken. Diskussionen über die Neuregelung der staatlich geförderten Altersvorsorge durch staatliche Lösungen wie beispielsweise die Deutschland-Rente lehnt Weiler ab. „Staatsfonds bergen erhebliche Risiken politischer Einflussnahme und Zweckentfremdung“, sagte Weiler. „Es kann nicht sein, dass ein Schiedsrichter, wenn er mit dem Spielverlauf hadert, einfach die Spielregeln ändert und sich dann selbst einwechselt.“

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