Der Coronavirus belastet zunehmend die Wirtschaft. Auch die Frankfurter Börse erlitt in Folge der Pandemie einen dramatischen Kurssturz. An die Finanzwelt gekoppelte Altersvorsorgesysteme geraten durch Covid-19 ebenfalls ins Wanken. Welche Vorteile bietet hingegen die staatlich geförderte Riester Rente als Schutzmaßnahme in Krisenzeiten?

Schwächen der wirtschaftlichen Altersvorsorgesysteme

Der Deutsche Aktienindex Dax erlitt am „schwarzen Montag“ mit 7,94 Prozent den höchsten Tagesverlust seit dem 11. September 2001. Das Coronavirus zeigt dadurch aktuell die Volatilität des Aktienmarkts. Durch diese Kursschwankungen werden auch börsengebundene Anlageformen vergleichsweise unsicher. Aktien, Fonds und ETFs: Per se keine schlechte Altersvorsorge. Denn Vorsorgesparern bieten die Anlagemöglichkeiten ein überschaubares Risiko mit überdurchschnittlicher Rendite. Die Vor- und Nachteile listet die Verbraucherzentrale auf. Besonders deutlich wurden diese Nachteile allerdings durch den globalen Einbruch der Börsenkurse, worunter die Altersvorsorgesysteme vieler Anleger litten. Deren Investments verloren deutlich an Wert.

Allerdings sind auch konservativere Altersvorsorgemaßnahmen derzeit nicht optimal für Sparer. Ein Beispiel dafür: das Sparbuch. Die durch die Europäische Zentralbank aufrechterhaltene Nullzinsphase sorgt für wenig bis kaum Rendite. Das klassische Sparen per Sparbuch entspricht daher keiner lukrativen Anlageform. Die US-Notenbank zog kürzlich nach und senkte den Leitzins außerplanmäßig auf fast null Prozent.

Differenzierte Wertanlagen

Auch Käufer von Anleihen leiden derzeit teilweise unter der Krise. Als besonders sicher geltende Staatsanleihen stiegen derzeit zum Teil stark im Wert. Ein Beispiel: Schuldscheine aus Deutschland. Deren Rendite sinkt dementsprechend, berichtet Finanztip. Im Fall zehnjähriger deutscher Anleihen zwischenzeitlich auf minus 0,9 Prozent. Das entspricht einem historischen Tiefstwert. Investoren in Unternehmensanleihen bekommen jedoch auch hier die Krise deutlich zu spüren. Hier sei das Ausfallrisiko durch die geschwächte Wirtschaft ebenfalls gestiegen.

Sicherheit durch staatliche Förderung

Der klassische Riester-Vertrag bietet in der Regel eine Beitrags- oder Zinsgarantie. Somit ist auch der Auszahlungsbetrag von wirtschaftlich ungewissen Zeiten – wie aktuell in Folge einer Pandemie – unabhängig. Ein rentabler Gewinn dadurch sicher. Durch diese staatliche Grundsicherung bietet das Riestern eine finanzielle Absicherung, die mit börsengebundenen Anlagen alleine nicht garantiert ist. Auch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) kam in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass Riestern sich lohne (wir berichteten). Riester-Verträge werfen für das Jahr nach Kosten und Steuern immer noch eine Rendite von 3,4 Prozent ab. Weiterhin errechnete der IVFP, dass die Netto-Rentenleistungen der Riester-Verträge ab etwa 14 Jahren nach Renteneintritt bereits die Netto-Einzahlungen übersteigen. Nach Abzug der Steuern.

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