Die Grundrente kommt – und mit ihr ein Update für die Riester-Rente. Darauf verständigten sich die Unionsparteien Ende Juni. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Einigung auf Grundrente

Ende Juni verständigten sich Union und SPD auf einen Gesetzesentwurf, der im Kern an einem von Arbeitsminister Hubertus Heil erstellten Regierungsentwurf festhält. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) haben auch der Bundestag und der Bundesrat bereits die Grundrente beschlossen. Ab dem 1. Januar 2021 sollen etwa 1,3 Millionen Rentner von einem neuen Grundrentenzuschlag profitieren. Dieser Betrag soll Geringverdienern zu Gute kommen, die mindestens 33 Beitragsjahre in der Rentenversicherung durch Arbeit, Kindererziehung oder Pflege zu verzeichnen haben. Die Union stimmte unter anderem aus dem Grund zu, weil die SPD sich nun auch einer Reform der Riester-Rente öffnet.

Die Riester-Reform

Vor einigen Tagen legte dann das SPD-Wirtschaftsforum erste Ideen für eine Reform der Riester-Rente vor. Das Positionspapier „Bezahlbar, flexibel, verständlich: Vorschläge zur Reform der kapitalgedeckten Altersvorsorge“ betont zunächst einmal die Bedeutung der drei Säulen der Altersvorsorge: Privat, gesetzlich und betrieblich. Außerdem analysiert es, welche Eigenschaften die neue Riester-Rente haben muss und wie weit die bestehende staatliche Förderung angepasst werden kann. Das Ziel: Eine höhere Verbreitung kapitalgedeckter Vorsorgeprodukte in Haushalten mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Die folgenden Kriterien identifizierte der Verband als besonders wichtig:

  • Sicherheit und Chancen bieten – auch bezahlbarer Art. „Verpflichtende einhundertprozentige Garantien sind daher nicht mehr zeitgemäß, weil sie das Renditepotenzial der Produkte zum Nachteil der Sparer schmälern“, schreiben die Autoren dazu.
  • Mehr Flexibilität hinsichtlich der Erwerbsbiografien. Altersvorsorgeverträge müssen sich an veränderte Lebens- und Arbeitsverhältnisse anpassen.
  • Das Produkt muss für Bürger kostentransparent und verständlich sein. Die Autoren fordern einfache Standardprodukte, die nicht mehr vom Staat, sondern von den Versicherern vertrieben werden.

„Für viele Bürger und Bürgerinnen ist die Altersvorsorge das wichtigste Sparziel. Die Verbreitung der kapitalgedeckten Vorsorge ist deshalb entscheidend für die Teilhabe an den Gewinnen der Realwirtschaft und den Chancen der Finanzmärkte.“ – Prof. Dr. Susanne Knorre, Vizepräsidentin des Wirtschaftsforums, in einer Pressemeldung

Ausbauen, nicht ersetzen

Am bestehenden Riester-System solle die Politik festhalten, gibt der Verband an. Jedoch müsse es modernisiert werden. Weiterhin seien die Stärkung von Finanzbildung und -beratung sowie eine verständliche Förderung der kapitalgedeckten Altersvorsorge notwendig.

Das vollständige Positionspapier finden Interessierte hier.

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