„Darum ist Riester ein Erfolg“, titelte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Pressemeldung vom vergangenen November. Riester-Sparer zwischen 40 und 44 Jahren hätten bereits einen Rentenanspruch zwischen 71 Euro (Frauen) und 102 Euro (Männer) aufgebaut. Auch, wenn sie keine weiteren Beiträge mehr einzahlen sollten, hätte die Riester Rente ein Rentenplus von 20 Prozent bei den Männern und 15 Prozent bei den Frauen erreicht.

Riester-Rente für eine Pizza

Anfang Dezember aber meldete sich dann der Bund der Versicherten (BdV) zu Wort und äußerte Kritik. Der Meinung von Axel Kleinlein nach, dem Vorstandssprecher des BdV, arbeite der GDV mit irreführenden Zahlen. Der GDV nutze historische Rentenhöhen, um einen Vergleich zu Leistungen der gesetzlichen Rente zu ziehen. Dabei seien diese Ergebnisse heute nicht im selben Maße zu erwarten. Im Gegenteil, Kleinlein zufolge reiche die Riester-Rente heutzutage gerade noch so für eine Pizza beim nächsten Italiener. Das hätten Berechnungen des BdV ergeben.

Riester-Papst mischt sich ein

Ein Fall für den Riester-Papst Joachim Haid. Er widerspricht der Darstellung des BdV vehement. In einem Gastbeitrag bei der Pfefferminzia stellt er erstens klar, dass die Gegenüberstellung der Riester-Rente durchaus auch historische Werte heranzieht, aber dies beim direkten Vergleich genauso auch mit der gesetzlichen Rente getan wurde. Richtig sei zwar Kleinleins Vorwurf, dass die Riester-Rente nicht mehr darzustellen sei, sollte eine Absenkung des garantierten Höchstrechnungszinses um 0,5 Prozent durchkommen. Allerdings sei dafür die Politik verantwortlich, nicht die Anbieter oder Versicherer.

„Übrigens: Eine erneute deutliche Senkung des Höchstrechnungszinses wäre auch für die betriebliche Altersversorgung eine vergleichbare Herausforderung.“ – Joachim Haid

Es gibt keine Steuergeschenke

Weiterhin bemängelt Haid Kleinleins Hang zur Pauschalisierung. Auch hätte der BdV-Sprecher keine eigenen Verbesserungsvorschläge geäußert. Und drittens sei es falsch, von Steuergeschenken innerhalb der Riester-Rente zu sprechen. Allenfalls ist von Steuerverschiebe-Effekten zu sprechen.

„Überhaupt von Steuergeschenken bei der Riester-Rente zu sprechen, zeigt, dass sich Herr Kleinlein die Welt stets so schafft, wie er sich für seine aktuelle Kritik gerade braucht.“ – Joachim Haid

Hier geht es zum kompletten Gastbeitrag in der Pfefferminzia.

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