Wie steht es um die Riester-Rente? Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigt: Im Jahr 2018 sank die Anzahl der aktiv laufenden Verträge. Auch reißt die Kritik am Riestern nicht ab. Eine Riester-Reform soll Abhilfe schaffen.

Was sagen die Zahlen?

Wie das BMAS mitteilt, waren Ende 2018 etwa 16,6 Millionen Riester-Verträge aktiv. Dabei schätzt das Ministerium den Anteil ruhend gestellter Verträge auf ein knappes Fünftel. Während die Anzahl der Investmentfondsverträge und der Wohn-Riester- sowie Eigenheim-Rentenverträge stieg, hatten Bankspar- und Versicherungspolicen jeweils ein Minus zu verzeichnen. Diese gingen um etwa 50.000 (Banksparverträge) und 60.000 (Versicherungsverträge) zurück.

Gleichzeitig beträgt die Zahl der Riester-Kunden, die eine volle Förderung erhalten, nur etwas mehr als ein Drittel. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilt, erhielten im Jahr 2015 nur vier Millionen Personen sowohl Zulagen und Steuerentlastungen. Insgesamt befanden sich im selben Jahr mehr als elf Millionen Menschen im Riester-Programm. Diese Zahlen und immer wieder aufkommende Kritik an der Riester-Rente haben die Bundesregierung dazu gebracht, eine Veränderung des Systems im Koalitionsvertrag festzuhalten.

„Es ist ein Dialogprozess mit der Versicherungswirtschaft anzustoßen mit dem Ziel einer zügigen Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts.“ – Aus dem Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode, Seite 93

Neuer Ansatz aus Hessen

Wie diese Reform genau aussehen soll, ist jedoch bisher unklar. Im vergangenen Jahr hat Hessen mit der Deutschlandrente ein Konzept für eine neue staatliche Förderung ins Rennen gebracht. Dieses soll als Opt-out-Modell funktionieren, das alle Bürger automatisch aufnimmt – es sei denn, sie entscheiden sich aktiv dagegen.

„Der Deutschland-Fonds tritt zu gleichen Wettbewerbsbedingungen neben die privatwirtschaftlichen Anbieter von Altersvorsorgeprodukten und wird dafür sorgen, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen.“ – Thomas Schäfer, Staatsminister der Finanzen Hessen

Kommt die Riester-Reform?

Die Bundesregierung braucht noch Zeit. Eine eigens für die Prüfung abgestellte Rentenkommission soll ihren Bericht erst bis März 2020 vorlegen. Das berichtet der MDR. Erst danach könne die Bundesregierung den angekündigten Dialog mit der Versicherungswirtschaft beginnen. Dabei entscheidet der Gesetzgeber auch darüber, ob das bestehende System der Riester-Rente lediglich eine Veränderung erfährt. Oder ob ein neues Angebot sie ablöst.

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