Im neuen Jahr soll die Riester-Reform kommen. Allerdings sind sich die Koalitionsparteien noch uneinig. Der Handlungsbedarf steigt.

Die umstrittene Riester-Reform

Innerhalb der Großen Koalition gibt es verschiedene Ideen, wie die neue Riester-Rente aufgebaut sein sollte. Verschiedenste Änderungen sind in der Diskussion, nichts steht fest. Wie die AssCompact berichtet, soll die Riester-Rente für Selbständige geöffnet werden. Andere Ideen umfassen etwa ein Zurückfahren der steuerlichen Absetzbarkeit und eine gleichzeitige Erhöhung der Zulagen. Die Beitragsgarantie zum Rentenbeginn ist ebenfalls nicht mehr so sicher wie zuvor.

Finanzministerium mit Corona beschäftigt

Ob eine Einigung noch in dieser Legislaturperiode erfolgt, steht in den Sternen. Wie Ralf Kapschak, der rentenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verriet, ist das federführende Finanzministerium nicht zuletzt wegen der Coronavirus-Pandemie stark beschäftigt. Der GDV befragte ihn auch danach, welche Problematiken am heutigen Riester-Modell am ehesten verbessert werden müssten. „Die Produkte sind unübersichtlich. Das betrifft ihre Branche. Die Förderkulisse ist ebenfalls unübersichtlich. Das betrifft den Staat. Beides steht im Fokus, ebenso wie die Frage, wer künftig von staatlicher Unterstützung profitiert“, sagt Kapschak dazu.

Riester-Rente bleibt in Großstädten beliebt

Trotzdem ist die Riester-Rente nach wie vor beliebt – zumindest in den Großstädten. Wie sich die Riester-Rente dort konkret entwickelt, hat das Berliner FinTech Weltsparen analysiert. In Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Respondi fand es heraus, dass nur etwa die Hälfte aller Befragten in Hamburg, Frankfurt, München und Köln für das Alter vorsorgen. In Berlin sind es etwa 40 Prozent aller Befragten. 21,3 Prozent der Münchner sorgen mit einer Riester-Rente für das Alter vor. In Köln sind es 15,7 Prozent, in Hamburg 19,7 Prozent. Von den befragten Frankfurtern investiert etwa ein Fünftel in die Riester-Rente (18,3 Prozent) und in Berlin mit 15,0 Prozent die wenigsten im Vergleich. Dem Magazin „Das Investment“ zufolge sind auch die Lebensversicherung und die bAV beliebt bei den Befragten.

Weiter Informationen zur geplanten Riester-Reform finden Interessierte auf unserem Blog. Außerdem versucht die EU gerade eine europaweit geltende Lösung für die Altersvorsorge zu finden.

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