Die Finanzmärkte stehen weltweit unter Druck. Aktuell sorgt vor allem der Ölmarkt bei den Investoren für Sorge. Hinzu kommt die Niedrigzinsphase, die nun schon mehrere Jahre anhält. Ein Ende ist nicht in Sicht. Nun haben die privaten Anleger genug – eine aktuelle Umfrage zeigt ein Umdenken im Anlageverhalten.

Popularität des Sparbuchs sinkt

Mittels der Umfrage ermittelte der Verband der Privaten Bausparkassen die momentan beliebtesten Geldanlageformen der Deutschen. Und kam zu dem Schluss, dass das Sparbuch mittlerweile in seiner Popularität sinkt. Jahrelang führte es die Liste der beliebtesten Geldanlagen an, nun legen noch 37,0 Prozent der Deutschen ihr Geld auf dem Sparbuch an. Ein Minus von 8,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit Beginn der Umfrage im Jahr 2013 hatte das Sparbuch nie derartige Einbußen zu verzeichnen, berichtet der Verband. Stattdessen liegt mit 40 Prozent das Girokonto auf dem ersten Platz. Auch die Renten- und Kapitallebensversicherung (von 29 Prozent im Jahr 2019 auf nunmehr 28 Prozent) und der Bausparvertrag (minus 1,0 Prozent) verloren leicht.

Riester-Rente im Aufwind

Jeder vierte Deutsche (25 Prozent) legt sein Geld bevorzugt in Immobilien an. Einer der wenigen Gewinner ist dagegen die Riester-Rente: 21 Prozent der Deutschen wählten sie als die favorisierte Geldanlage. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 1,0 Prozent. Die Kantar GmbH befragte im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen 2.000 Bundesbürger über 14 Jahren.

Auf keinen Fall abschaffen

Auch äußerte sich der Verband zu den aktuell laufenden Planungen einer Riester-Reform. Bereits im Februar erstellte der Fondsverband BVI gemeinsam mit dem Verband der Bausparkassen und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein Fünf-Punkte-Programm, das unter anderem ein vereinfachtes Zulageverfahren und die Öffnung der geförderten privaten Altersvorsorge für alle Personengruppen vorsah. Zuletzt gehörte eine Lockerung der Bruttobeitragsgarantie zu den Forderungen. Das berichtete die Procontra. Ende März folgte dann ein Reformpaket der Rentenkommission der Bundesregierung. Hierbei spricht sich der Verband der Privaten Bausparkassen für die Weiterführung des Dialogs mit Riester-Anbietern aus. Riester dürfe nicht abgeschafft werden – es müsse sich weiterentwickeln.

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